| Schneider, Stefan: Dichtungen 019. Aura. 13.01.1985 | | Drucken | |
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Aura der Nacht Frost Schritte grau in grau entlang der Prostitution des einsamen Monopoly und Mauern, Palisaden. Natürlich die C/0 (Camel ohne) nach der letzten U-Bahn dem Nachtbus entboren take the long way home Schritt für Schritt auf Stein in Stein - oh, ich liebe die Fugen und den letzten irdenen Dreck der Straße, Ausbruch aus Asphalt - mein Kopf ist eine bierdröhnende Glocke sauerstoffnüchtern neonlichtgrelldüstere Einsamkeit im sinnlosen Tanz der Ampelphasen verlorenem Licht aus den Fenstern verwunschen verfahrene Autos. In der erfüllt leeren Leere des vergangenen Abends auf dem Weg zum letzten Bier in das einzignötigste Bett. Mann sein des Nachts - sanft, zärtlich, subversiv mit einem weiten Herzen - Aufrecht und tragisch aus dem Schweiße des ganztäglichen Tages mit zerzaustem Haar den Bartstoppeln eine Woche alt Dreck unter den Fingernägeln die zu putzende Brille auf der Nase mit schmerzenden Füßen offenen Schnürsenkeln verschnupftem Taschentuch zwei Mark siebenundvierzig in der Hosentasche ungeputzten Zähnen (schon seit zwei Tagen) ner Bierfahne und nur noch drei C/0 in der Packung, was ich noch nicht weiß. Die neuen Träume und die alten Enttäuschungen und die Zufriedenheit meiner Hände heutiger Arbeit in mir — ein Bild von einem Mann. Ich will von diesem Tag, heut nacht um halb drei nicht mehr als meinen Weg nach Hause, ein letztes Bier, vielleicht noch die allerletzte Cigarette (die von vorhin ist schon im Straßenrand), und mit Sicherheit mein Bett. Nicht mehr, sicher, aber auch nicht weniger. Ein Bild von einem Mann, man. Doch Freunde, ich möchte Euch nicht langweilen, da ist noch etwas, das mich bedrückt auf dem Weg nach Haus.
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 06. Dezember 2011 um 15:28 Uhr |

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